Externe Inhalte
An dieser Stelle findest du externe Inhalte von YouTube. Durch Klick auf “Externe Inhalte laden” erklärst du dich damit einverstanden, dass dir externe Inhalte angezeigt werden. Dabei werden personenbezogene Daten an die Drittplattform übermittelt.
Weitere Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung und der Datenschutzerklärung von YouTube.

Fake-Rechnung erkennen: Anzeichen, Tipps und Strategien für Fälle von Rechnungsbetrug

Aktualisiert am
12
.
03
.
2025
Blaulicht eines Polizeiwagen
Play
Blaulicht eines Polizeiwagen

Mal kommen sie von einem vermeintlichen Lieferanten, mal vom Amtsgericht, aber die Masche ist stets dieselbe: Gefälschte Rechnungen setzen den Empfänger so unter Druck, dass er zahlt – und sein Geld im schlimmsten Fall nie wieder sieht. Die schlechte Nachricht ist: Die Betrüger werden immer besser. Trotzdem musst du keine Angst haben. Wir zeigen dir, wie du und deine Mitarbeiter Fake-Rechnungen erkennen könnt und wie du richtig damit umgehst, wenn du eine bekommst.

Was ist eine Fake-Rechnung?

Fake-Rechnungen zu erkennen, ist nicht immer ganz einfach. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du weißt, worum es sich handelt. Dann kannst du betrügerische und kriminelle Absichten schon früh erkennen. Bei einer Fake-Rechnung handelt es sich um eine gefälschte Scheinrechnung, die einer echten Rechnung oft täuschend stark ähnelt. Sie kann per E-Mail oder per Post kommen und enthält beispielsweise Leistungen, die du gar nicht bekommen hast, oder gefälschte Bankdaten der Betrüger.

Wichtig: Eine Fake-Rechnung ist eine Straftat – Stichwort: Urkundenfälschung. Lass dir das nicht gefallen. Weiter unten liest du, wie du dich dagegen wehren kannst.

Beispiele für Betrugsmaschen mit Fake-Rechnungen

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Betrüger, um mit irreführenden oder gefälschten Rechnungen das schnelle Geld zu machen. Einige häufig genutzte Betrugsmaschen:

  • manipulierte Bankdaten auf einer ansonsten echt wirkenden Rechnung mit Briefkopf eines echten Lieferanten
  • vermeintliche Bitte eines bekannten Unternehmens, die Bankverbindung zu aktualisieren (natürlich mit den Bankdaten der Betrüger)
  • Versand einer doppelten Rechnung
  • Ausstellen einer betrügerischen Fake-Rechnung mit Produkten, die du nicht oder nicht in der angegebenen Menge bestellt hast
  • Versand gefälschter Gebührenbescheide im Namen des Finanzamts mit einer sehr knappen Zahlungsfrist zum Begleichen der Steuerschuld
  • gefälschter Bescheid des Amtsgerichts wegen eines angeblichen oder tatsächlich erfolgten Handelsregistereintrags
  • Zahlungsaufforderung von fiktiven Inkasso-Unternehmen, die mit einem Mahnverfahren, Pfändung oder negativen Schufa-Einträgen drohen

Fake-Rechnungen erkennen: Typische Merkmale

Wenn du weißt, worauf du achten musst, kannst du die meisten Fake-Rechnungen erkennen. Unsere Checkliste hilft dir bei der Prüfung von Rechnungen auf Betrugsversuche:

Frage Details
Sind auf der Rechnung alle Pflichtangabenvorhanden? Rechnung ohne Rechnungsnummer oder Steuernummer? Dann solltest du eine Rechnung ohnehin schon aus steuerlichen Gründen ablehnen.
Kennst du das abrechnende Unternehmen und besteht eine Geschäftsbeziehung? Wenn nicht, solltest du vorsichtig sein.
Kannst du dich an diese Bestellung erinnern? Prüfe, ob Art und Menge der Lieferung legitim sind. Bei Rechnungen von Behörden solltest du prüfen, ob die Leistung tatsächlich erbracht wurde (z. B. Handelsregistereintrag).
Erscheint dir der Rechnungsbetrag legitim? Betrügerische Fake-Rechnungen setzen oft einen deutlich überhöhten Rechnungsbetrag an, um den Druck zu erhöhen.
Ist die Rechnung persönlich formuliert? Betrüger kennen die persönlichen Ansprechpartner in deinem Unternehmen nicht und müssen daher allgemein bleiben.
Ist die Zahlungsfrist angemessen? Eine sehr kurze Zahlungsfrist von nur ein bis drei Tagen soll Druck aufbauen und ist daher ein Anzeichen für betrügerische Fake-Rechnungen.
Drohen die Absender mit einem Mahnverfahren, einer Pfändung oder einem Schufa-Eintrag? Auch hier ist das Ziel Druck aufzubauen – lass dich davon nicht irritieren und prüfe die Rechnung trotz des vermeintlichen Zeitdrucks.
Enthält die Rechnung Kontaktdaten? Fake-Rechnungen enthalten meist keine Kontaktdaten.
Ist der Absender plausibel? Prüfe, ob es das Unternehmen oder die Behörde, die die Rechnung stellt, wirklich gibt.
Passt das Logo zum Absender? Prüfe, ob das Logo zum genannten Unternehmen passt. Gerade bei Behörden taucht häufig das Logo des falschen Bundeslandes auf.
Ist die Bankverbindung vertrauenswürdig? Tritt ein deutsches Unternehmen oder eine Behörde mit einer ausländischen IBAN auf, solltest du hellhörig werden.
Enthält die Rechnung einen kleingedruckten Hinweis darauf, dass der Vertrag mit der Zahlung der Rechnung zustande kommt? Auf betrügerischen Rechnungen findet sich häufig im Kleingedruckten ein recht versteckter Hinweis, dass ein Abzocke-Angebot mit der Zahlung angenommen wird.
Enthält die Rechnung auffällige Formulierungen oder unpassende Grußformeln? Achte beispielsweise auf Wörter wie „hochachtungsvoll“ oder „Fräulein“, die im Sprachgebrauch nicht mehr üblich sind, oder auf auffällige Rechtschreibfehler.
Wenn die Rechnung per E-Mail verschickt wurde: Gibt es in der E-Mail Auffälligkeiten?

Beispiele für häufige Auffälligkeiten:

  • auffälliger Aufbau der E-Mail-Adresse (z. B. privat wirkende Adresse von einem Unternehmen)
  • Aufforderung, Anhänge oder Links anzuklicken
  • vermeintliche Rechnung in einem auffälligen Dateiformat (z. B. ZIP-Datei)
  • Aufforderung, persönliche Daten oder Passwörter einzugeben
  • Links auf fremde Websites
  • Tippfehler und auffällige Umlaute im Text

Bekommst du Schreiben oder Zahlungsaufforderungen von einer Behörde, etwa für einen Handelsregistereintrag, solltest du zusätzlich auf diese Punkte achten:

  • Behörden weisen keine Umsatzsteuer aus.
  • Sie versenden gewöhnlich keine vorausgefüllten Überweisungsträger.
  • Überprüfe, ob die angegebene Registernummer oder ein angegebenes Aktenzeichen stimmen.
Fehlerhafte Rechnung – So gehst du richtig damit um:

Es muss nicht immer gleich eine Fake-Rechnung sein. Auch eine unvollständige oder fehlerhafte Rechnung kann dir Probleme bereiten, nämlich wenn dir das Finanzamt nachträglich den Vorsteuerabzug streicht. Eine solche Rechnung solltest du direkt korrigieren lassen. Wie du richtig damit umgehst, erfährst du in unserem Ratgeber zur fehlerhaften Rechnung.

Was tun, wenn du eine gefälschte Rechnung erhältst?

Hast du eine Rechnung bekommen, bei der du Hinweise auf betrügerische Absichten vermutest? Dann empfehlen wir dir diese Schritte:

  • Bewahre die Ruhe und lass dich von einem knappen Zahlungsziel oder Drohungen nicht zu einer vorschnellen Handlung verleiten.
  • Gleiche die Kontaktdaten und Bankverbindung mit deinen bekannten Daten ab.
  • Ein schneller Anruf bei dem betreffenden Unternehmen kann klären, ob ein Betrugsversuch vorliegt oder die Rechnung berechtigterweise ausgestellt worden ist.
Tipp:

Nutze offizielle Verzeichnisse, in die häufige Betrugsmaschen eingetragen werden, um gefälschte Rechnungen zu entlarven. In der schwarzen Liste der Verbraucherzentrale kannst du Bankverbindungen nachlesen, an die du kein Geld überweisen solltest.

Und wenn die Fake-Rechnung schon bezahlt ist?

Bist du bereits Opfer eines Betrugs geworden, kannst du nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Diese Schritte sind jetzt empfehlenswert:

  • Erkläre die Anfechtung am besten schriftlich und per Einwurf-Einschreiben. Außerdem solltest du vorsorglich das Vertragsverhältnis kündigen. Vorlagen findest du beim Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e. V. (DSW).
  • Hast du die Überweisung gerade erst vorgenommen, dann überprüfe, ob du sie noch stoppen kannst. Ist das nicht möglich, informiere die Empfängerbank.
  • Stelle bei der Polizei Strafanzeige wegen Betrugs nach § 263 StGB. Eine Strafanzeige ist auch online möglich.
  • Wende dich an die IHK, die ebenso wie die DIHK eng mit dem Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität zusammenarbeitet. Dieser kann rechtliche Schritte gegen die Betrüger einleiten.
  • Antworte keinesfalls auf eine betrügerische E-Mail. Sonst bekommst du unter Umständen schon bald jede Menge Spam-Mails.

Mit diesen Tipps schützt du dich vor Rechnungsbetrug

Wir haben es schon festgestellt – Irreführende Fake-Rechnungen zu erkennen, ist nicht ganz einfach. Dennoch haben wir einige Tipps für dich, um einem Betrugsversuch vorzubeugen:

  • Nutze definierte Prozesse für die Rechnungsprüfung. Am besten solltest du dabei nach dem 4-Augen-Prinzipvorgehen und die Fachabteilung einbeziehen, die die Bestellung ausgelöst hat.
  • Beschränke, wer in deinem Unternehmen Bestellungen vornehmen darf oder gib genau vor, wer Rechnungen prüfen und freigeben darf.
  • Schule deine Mitarbeiter regelmäßig dazu, wie sie Fake-Rechnungen erkennen – vom überteuerten Handelsregistereintrag bis zum Inkassoschreiben.

Wir empfehlen dir außerdem, auf eine digitale Buchhaltungssoftware zurückzugreifen. Sie liest die Belegdaten automatisch aus und kann sie direkt mit den hinterlegten Lieferanten-Stammdaten abgleichen. So fallen Abweichungen sofort ins Auge. Außerdem erleichtert dir eine professionelle Buchhaltungssoftware wie sevdesk die Kommunikation und Freigabeprozesse zwischen Buchhaltung und Besteller. Und ganz nebenbei sparst du mit der schnellen, automatisierten Belegerfassung auch noch viel Zeit.

Jetzt kostenlos testen!

Zusammenfassung zu Fake-Rechnungen

Ob gefakter Handelsregistereintrag, gefälschtes Inkassoschreiben oder Rechnung mit manipulierten Bankdaten – es gibt unzählige Möglichkeiten, wie Kriminelle versuchen, dir das Geld aus der Tasche zu ziehen. Entsprechend wichtig ist es, dich gut über typische Betrugsmaschen zu informieren und deine Mitarbeiter darin zu schulen, Fake-Rechnungen zu erkennen. Dabei kannst du auf typische Anzeichen wie unbekannte Absender, eine ausländische Bankverbindung, Rechtschreibfehler oder falsche Logos achten.

Die häufigsten Fragen und Antworten zu Fake-Rechnungen

Mehr erfahren

Häufig gestellte Fragen zu sevdesk

No items found.
Die Buchhaltungslösung, mit der du Zeit sparst
  • Umfassendes Rechnungsmanagement
  • Automatisierte EÜR & UStVA
  • Integriere Online Banking und mehr
  • Nutze viele weitere Funktionen
sevdesk Dashboard auf einem Laptop.
Spare Zeit beim Rechnungen schreiben

Leistungszeitraum, fortlaufende Rechnungsnummer und viel mehr, an das du denken musst! Du willst, dass alle Pflichtbestandteile in deinen Rechnungen enthalten sind? Mit einer Rechnungssoftware wie sevdesk geht das ganz einfach und du bist du stets auf der sicheren Seite!