Summen- & Saldenliste Österreich: Alles, was du wissen musst
Neben der BWA ist die Summen- und Saldenliste eine der wichtigsten Auswertungen, wenn du wissen möchtest, wie dein Unternehmen finanziell dasteht. Sie zeigt dir, was sich auf deinen Konten im laufenden Geschäftsjahr getan hat. So bekommst du einen detaillierten Einblick in deine Buchhaltung und kannst die wirtschaftliche Entwicklung deines Unternehmens besser einschätzen. Die SuSa spielt außerdem eine wichtige Rolle, wenn du beispielsweise einen Kredit beantragen, deine Zahlen für den Jahresabschluss vorbereiten oder offene Forderungen und Verbindlichkeiten prüfen möchtest.
In diesem Ratgeber erfährst du, was eine Summen- und Saldenliste ist, wie sie aufgebaut ist und warum sie für dein Unternehmen wichtig ist. Außerdem zeigen wir dir anhand konkreter Beispiele, was dir die einzelnen Werte verraten, wie du die Liste richtig liest und wie du deine SuSa mit sevdesk erstellen kannst.
Aufbau der Summen- und Saldenliste
Bei der SuSa handelt es sich um eine Saldenliste, die dir die Bestände der im laufenden Geschäftsjahr bebuchten Konten und insbesondere deren Anfangs- und Endsalden aufzeigt. Die Gliederung weist diese Bereiche aus:
- Aktive Bestandskonten: zum Beispiel Warenbestände, Inventar (Maschinen), aktive Rechnungsabgrenzungsposten
- Passive Bestandskonten: beispielsweise Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, passive Rechnungsabgrenzungsposten, Rückstellungen
- Erfolgskonten: Kontobewegungen auf Aufwands- und Ertragskonten (z. B. Umsatzkonten, Lohnaufwand)
- Debitoren: detaillierte Auflistung der Forderungen gegenüber Kunden
- Kreditoren: detaillierte Auflistung der Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten in Kreditorenkonten
In Österreich sieht die Summen- und Saldenliste immer gleich aus. Sie beruhen auf dem österreichischen Einheitskontenrahmen.
Allerdings gibt es für einige Branchen branchenspezifische Gliederungen jedoch basierend auf dem Einheitskontenrahmen. Abweichungen davon gibt es für bei branchenspezifischer Gliederung.
Beispiel einer Summen- und Saldenliste: So kann sie aussehen
1. Geschäftsvorfall:
Du hast im letzten Jahr eine Maschine gekauft. Diese steht am 31.12. vom Vorjahr mit einem Restwert von 120.000,00 Euro in der Bilanz, die monatliche Abschreibung beträgt 1.200,00 Euro. Summen- und Saldenliste zum 31.01:
2. Geschäftsvorfall (1. Geschäftsvorfall berücksichtigt!):
Du kaufst dir im Laufe des Februars eine neue Maschine für 90.000,00 Euro, deren monatliche Abschreibung beträgt 750,00 Euro monatlich. Du finanzierst sie zu 100 Prozent bei deiner Bank. Summen- und Saldenliste zum 28.02.:
3. Geschäftsvorfall:
Du kaufst dir Waren auf Rechnung in Höhe von 5.000,00 Euro bei der XY-GmbH. Die Rechnung bezahlst du erst im darauffolgenden Monat und die Waren gehen in dein bisher leeres Warenlager über:
Anhand der Beispielfälle kannst du erkennen, dass in der Summen- und Saldenliste sämtliche Geschäftsvorfälle in Form von Kontenbewegungen erfasst sind, die sich auf deinen Gewinn oder Verlust oder auch auf die Positionen in der Bilanz oder Einnahmenüberschussrechnung auswirken.
Summen- und Saldenliste lesen: Das bedeuten die Zeilen
Schaust du deine SuSa genau an, kannst du erkennen, dass diese in ihrer Gliederung die Salden mehrerer Bereiche ausweist:
- Kontonummer, -klasse und -bezeichnung: Alle Konten, die du bei deinen Geschäftsvorfällen eines Abrechnungsmonats bebuchst, haben eine Kontonummer und eine Kontenbezeichnung. Sie sind je nach Gliederung des Kontenrahmens einer Kontenklasse zugeordnet.
- Eröffnungsbilanzwerte (EB-Werte): Bei aktiven und passiven Bestandskonten ist der Bestand vom vorherigen Jahr mitzuführen. Das ist der sogenannte EB-Wert. Steht beispielsweise zum vorherigen Bilanzstichtag auf dem Konto für Maschinen ein Schlussbestand mit 50.000,00 Euro, so sind diese Salden im darauffolgenden Jahr zu erfassen.
- Monatswerte Soll/Haben: Hier erfasst die SuSa die Salden der Soll- und Habenbuchungen, die in diesem Monat durchgeführt wurden, nach bebuchten Konten gegliedert.
- Kumulierte Werte: Hier liest du den Saldo der Kontobewegungen im gesamten Geschäftsjahr ab.
- Schlussbestände: Entnimm dieser Spalte die Kontensalden zum Ende des Abrechnungsmonats bei den aufgegliederten Konten.
Die Summen- und Saldenliste ist eine unterjährige Bilanz. Du kannst sie zu Kalkulationszwecken verwenden, beispielsweise für künftige Steuerzahlungen. Außerdem kannst du anhand der Saldenliste deine Debitoren- und Kreditorenkonten überwachen. Die Summen- und Saldenliste ermöglicht dir unter anderem eine Cashflow- und Kapitalflussrechnung oder eine Bestimmung der Mittelherkunft oder -verwendung.











